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Vom "AUA" zum "AHA"


Wenn der Verstand die Lösung bekämpfen  will 

 

In den vielen Jahren in denen ich Privatpersonen, Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen coache und in individueller ProblemLÖSUNGSKompetenz schule ist mir häufig folgendes Phänomen begegnet:

 

Viele Menschen handeln bereits lösungsorientiert, während ihr Verstand allerdings noch krampfhaft im  Bewältigungs-Modus feststeckt. 

 

Der eigentliche Grund warum es zu Problemen kommt, liegt hier darin, dass  diese Menschen ihr eigenes Verhalten  - aus den unterschiedlichsten Gründen - als blockierend und erfolgsstörend betrachten, obwohl dieses eigentlich "goldrichtig" ist. Oft werden sie  auch von ihren Mitmenschen in der Auffassung: "Das was du machst ist ein No-Go!",  tatkräftig unterstützt. 

 

Dass das nicht spurlos am Gehirn vorübergeht - das wissen sie ja wahrscheinlich bereits, wenn sie meinen Blogartikel zum Thema Kampfgeist und Forschergeist schon gelesen haben. 

 

Wie  ein Coaching-Setting mit dem "Lösungsorientierten Hirnmanagement" in der Praxis abläuft,  wenn der Verstand die Lösung wieder einmal im Kampf besiegen will, möchte ich ihnen heute anhand eines  realen Falles aus meinem Coaching-Alltag erzählen. 

 

Aus der Praxis geplaudert  

 

Die Ausgangslage:

 

Führungskraft, weiblich, Mitte 30
Nach einigen Jahren in verschiedenen Assistenzfunktionen in eine Führungsposition mit Personalverantwortung für 25-30 Mitarbeiter befördert. 

 

 

Die Kundin kommt zum Termin und klagt: „Frau Leitner – man wirft mir vor, dass ich führungs- und durchssetzungsschwach sei. Mein Team erwartet von mir, dass ich mehr auf den Tisch haue.  Aber ich kann das einfach nicht. Können wir bitte daran arbeiten, dass ich schlagkräftiger werde!“

 

Der Coaching-Ablauf mit dem "Lösungsorientierten Hirnmanagement"

 

„Gut, schauen wir uns das an !“ antwortete ich.

 

Dann forderte ich sie auf eine  Hand zur Faust zu ballen und mit dieser ordentlich auf den Couch-Tisch in meiner Coaching-Praxis drauf zuhauen.  Gesagt, getan – sie folgte meiner Aufforderung. 

 

Es machte ordentlich Bumm. Und ich muss zugeben -  ich hatte fast Angst, der Tisch würde diesen Faustschlag nicht heil überstehen. Von wegen keine Schlagkraft J .  

 

Doch kaum war die Faust am Tisch, riss die Kundin den Arm hoch, rieb sich die Kleinfinger – seitige Handkante und sagte mit verzerrtem, erschrockenem Gesicht ganz laut: „AUA  - das tut ja weh!“

 

„Okay !“ erwiderte ich: „Haben sie gesehen, sie KÖNNEN sehr wohl auf den Tisch schlagen – und ganz ordentlich noch dazu  – aber sie WOLLEN es einfach nicht !“

 

Für einen Moment schaute sie überrascht, dann lachte sie und antwortete: „AHHHHHAAAA !!!!! Ja klar, sie haben recht – ich will nicht, weil das tut mir weh! Und es ist doch blöd, sich selber weh zu tun!“

 

Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung 

Selbsterkenntnis ist, wie man allgemein weiß, immer der erste Schritt auf dem Weg der Besserung.

 

Im "Lösungsorientierten Hirnmanagement" ist Selbsterkenntnis im Zusammenspiel mit Selbsterfahrung (im beschriebenen Fall  wurde diese über das nicht wirklich schlimme  "AUA" gemacht)  immer einer der ersten Schritte auf dem WEG ZUR LÖSUNG. 

 

Was wäre in einem 08/15 Coaching möglicherweise passiert  

In einem gängigen Coaching hätte man aller Wahrscheinlichkeit nach gleich begonnen mit allerhand Techniken und Methoden an ihrem Führungsverhalten zu schrauben.  Ganz nach dem Motto: Bauch hinein, Brust heraus und Haltung angenommen. Damit lässt sich natürlich ein Erscheinungsbild und Verhalten verändern -  gar keine Frage.

 

Aber ist das langfristig zielführend, wenn man im Vorfeld schon erkennt, dass das letztendlich früher oder später  in schmerzenden AUA – Erkenntnissen anstatt in erhellenden AHA- und befriedigenden Erfolgserlebnissen endet ?

 

Und außerdem soll Coaching am Ende ja nicht weh tun, sondern die Ergebnisse sollen in den Erfolg führen - und das wenn geht ganz ohne Schmerzen, dafür aber mit ganz viel Freude. 

 

Und so ging´s im Lösungsorientierten Hirnmanagement dann weiter:

 

Im Lösungsorientierten Hirnmanagement  haben wir das zunächst als negativ empfundene Führungsverhalten genau analysiert und schnell erkannt, dass nicht ihr Verhalten das Problem war sondern einfach die Tatsache, dass sie „damit nichts anzufangen“ wusste.  Sie hat sich selbst nicht verstanden. Es fehlte ihr an Selbst-Bewusstsein (sich ihrer Selbst bewusst zu sein)  und sie hat den Sinn und Nutzen ihrer „Führungs-Art“ nicht erkannt;  

 

Ihr Führungsstil beruht nicht auf dem Prinzip  mit lautem Gebrüll und hart auf den Tisch schlagenden Fäusten Macht zu demonstrieren, sondern ganz im Gegenteil. Sie ist ruhig  - das würde ihr als Schüchternheit ausgelegt und auch von ihr selbst als solche wahrgenommen -  hört aufmerksam zu, kann dadurch eine Situation in allen Facetten gut erfassen. Und dann wird zum richtigen Zeitpunkt genau das Richtige gesagt und entschieden.  

 

Welche Führungsqualitäten wir im Detail noch herausarbeiten konnten kann ich  hier an dieser Stelle  nicht näher ausführen; Das würde den Rahmen dieses Blogartikels sprengen. 

 

Bei Interesse steht es ihnen aber natürlich frei, mich zu kontaktieren. Möglicherweise steckt ja auch in Ihnen eine Führungskompetenz mit Erfolgscharakter, die sie SO noch nicht gesehen haben.  

 

Das Ergebnis

Fazit ist jedenfalls: Sie hat ihr Führungsverhalten NICHT verändert und wollte das nach der Sitzung auch gar nicht mehr tun J .

 

Es ist ihr gelungen den Sinn und Nutzen in ihrem Verhalten zu verstehen und sie konnte jetzt wahrnehmen , dass sie eigentlich genau das damit erreichte was SIE erreichen wollte und zwar in einer Art, die für alle ein Gewinn war.  

 

Aus lauter Zorn über sich selbst und ihre „vermeintliche Schwäche“ war sie allerdings bis zu dem Zeitpunkt, wo wir die Situation aus der Perspektive des „lösungsorientierten Hirnmanagements“ beleuchteten und  analysierten  blind für diese Ergebnisse gewesen.

 

Bereits in der darauffolgenden Coaching-Stunde berichtete sie mir freudig darüber, wie sich das Verhalten ihrer Mitarbeiter in Bezug zu ihrer Führungskompetenz allein nur aufgrund der Veränderung ihrer inneren Haltung zu sich selbst und dem Selbst-Verständnis ihres Handelns, schlagartig verändert hatte.

 

Schnell, effizient – einfach gelöst

Nicht immer  bedeutet Lösung  sein Verhalten um  trainieren und verändern zu müssen. Oft liegt die Lösung einfach nur darin, das was man „automatisch-natürlich“ macht, einfach besser zu verstehen.

 

Das ist eine sehr einfache und effiziente Lösungsform, weil man sich erst gar nicht in mühevoller Arbeit etwas abgewöhnen und auf der anderen Seite  im Schweiße seines Angesichts etwas anderes antrainieren muss. 

 

Solche Lösungen sind ressourcenschonend und effizient. Man verliert keine Energie mehr  im Kampf mit sich selbst und erscheint im Außenauftritt deswegen automatisch charismatischer mit einem anderen Selbst-Bewusstsein.

 

Ich denke, dieses Beispiel aus meiner Praxis hat ihnen deutlich gezeigt:

 

Manchmal ist die Lösung bereits offensichtlich und würde unser VERSTAND aus dieser nicht ein PROBLEM machen,

dann hätten wir gar nichts zu lösen.  Alles wäre gut !

 

Aber Dank dem "Lösungsorientierten Hirnmanagement" wird am Ende - auch wenn´s vielleicht nicht immer ganz so schnell geht - auch immer alles gut. 

 

Ich wünsche ihnen für heute nur das Allerbeste und verabschiede mich bis zum nächsten Blog-Artikel

 

Ihre

Claudia Leitner 
Expertin für "lösungsorientiertes Hirnmanagement"