Seien wir mal ganz ehrlich, Hand auf´s Herz: Unser ganz normaler Alltag ist heute für viele von uns oft wirklich ziemlich stressig. Egal ob im Business, der Schule oder in der Freizeit: Ein Termin jagt den anderen. Der Tag müsste gefühlt mindestens 30 Stunden, wenn nicht noch mehr haben, um das was man alles zu tun hat, mehr oder weniger entspannt und mit vermindertem Zeitdruck auch tatsächlich erledigen zu können.
Stressmanagement, Work-Live-Balance usw. sind Begriffe, die heute in vieler Munde sind. Doch wie oft wurschtelt man sich einfach durch die Tage und denkt erst dann darüber nach, dass man die eigene Lebensgestaltung vielleicht ein wenig überdenken sollte, wenn die alltägliche Überforderung schon Ausmaße annimmt, die – wie man umgangssprachlich so schön sagt – auf keine Kuhhaut mehr gehen?
Ich persönlich habe für all diese Dinge auch erst ein reges Interesse entwickelt, als ich merkte, dass irgendetwas in meinem Leben nicht so über die Bühne geht, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte. Mein Alltag gestaltete sich zunehmend stressiger und als ich bemerkte, dass es kaum mehr etwas gab, was mich wirklich entspannte, habe ich begonnen mich zu Fragen: „Was läuft da bloß schief bei mir!“ Woran liegt es, dass es in meinem Leben ständig drunter und drüber geht und mir kaum Zeit zum Durchatmen bleibt?“
Das war der Punkt an dem mein Interesse für Mentale Gesundheit, Stressmanagement, Persönlichkeitsbildung und auch für das Thema Führungskraftentwicklung geweckt wurde. Das ist inzwischen fast 35 Jahre her.
Je mehr ich mich mit diesen Themen auseinandersetzte, umso mehr entdeckte ich, wie sehr mich die Sache wirklich fesselte. Das war schließlich und endlich auch meine Motivation voller Begeisterung eine Reihe von Ausbildungen in diesem Bereich zu absolvieren, die es mir später dann erlaubten mich gesetzeskonform, d.h. entsprechend der in Österreich geltenden Gesetze *) für Beratung und Coaching, als Lebens- und Sozialberaterin im Bereich der psychologischen Beratung, der Organisations-entwicklung bzw. als Mental-Health Coach selbstständig zu machen.
Inzwischen bin ich mehr als 20 Jahre in diesem Berufsfeld in eigener Praxis tätig.
*) Wie die österreichische Gesetzgebung Coaching- und Beratungsleistungen regelt, kannst du in der Rubrik „Qualitäts-sicherung der Angebote“ unter dem nebenstehendem Link, bei Interesse, gerne nachlesen bzw. dir in einem Video ansehen. Diese gesetzlichen Vorgaben dienen vor allem dem Schutz der Konsumenten. Es gibt sie für die Bereiche Beratung- und Coaching in der Form nur bei uns in Österreich. Dadurch wird die fachlich hochwertige und wissenschaftlich fundierte Qualität von Coaching- und Beratungsdienstleistungen hierzulande gewährleistet.
Was mir in all den Jahren meiner Beratungs- und Coachingtätigkeit immer wieder aufgefallen ist und noch immer auffällt ist die Tatsache, dass viele Kunden, die irgendwann den Weg in meine Praxis finden, ähnlich wie ich anno dazumal, auch erst dann ein wirklich ernsthaftes Interesse für sich selbst und ihre persönlichen Vorstellungen einer erfolgreichen Lebensgestaltung entwickeln, wenn der Stresslevel und der damit verbundene Lebens- und Leidensdruck, der sie durch den Alltag begleitet, nur mehr wirklich extrem schwer auszuhalten ist und oft sogar bereits gesundheitsschädigende Folgen spürbar werden.
Das ist eigentlich sehr bedauerlich! Denn wer regelmäßig evaluiert, ob sein Stressmanagement noch zeitgemäß bzw. wirklich nachhaltig dafür geeignet ist, in Zeiten wie diesen, die eigene Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten und die Gesundheit zu fördern anstatt ihr zu schaden, erspart sich damit über kurz oder lang erfahrungsgemäß eine ganze Menge Ärger und Probleme.
Ein sehr häufig auftretendes Symptom einer über längere Zeit andauernden stressbedingten Überbelastung sind SCHLAFSTÖRUNGEN. Laut einer Umfrage der MedUni Wien berichteten 30 % der Befragten, dass sie unter Schlafstörungen leiden. Die Quote bei den Durchschlafstörungen lag sogar bei rund 51 %. In einer Studie, die sich auch mit dem Thema Schlafstörungen beschäftigte und die ebenfalls von der MedUni Wien im Jahr 2021 durchgeführt wurde, konnte ermittelt werden, dass 8 % der österreichischen Bevölkerung sogar unter krankhafter Schlaflosigkeit leiden. (Quelle: Acht Prozent der ÖsterreicherInnen leiden unter krankhafter Schlaflosigkeit) Das sind schon „beklagenswert“ hohe und auch bedenkliche Werte, wenn man sich erst einmal darüber bewusst wird, wie enorm wichtig der gesunde Schlaf für die geistige und körperliche Gesundheit und dementsprechend natürlich auch für die gesunde Leistungsfähigkeit eines Menschen tatsächlich ist.
Ein Großteil der Menschen hat im Laufe der Zeit ein relativ ungesundes Schlafverhalten entwickelt. Das hat viele verschiedene, durchaus auch sehr nachvollziehbare Gründe. Diese hier alle aufzuzählen würde den Rahmen des Blogartikels sprengen. Solltest du mehr dazu wissen willst, darfst du mich aber gerne kontaktieren.
Wenn ich mit meinen Kunden zu arbeiten beginne spreche ich sehr häufig bereits in den ersten 2 oder 3 Sitzungen das Thema Schlaf, d.h. deren Schlaf- und Entspannungsverhalten bzw. Schlaf- und Entspannungsvermögen an. Das geschieht oft noch bevor wir uns den anderen Themen wirklich intensiv widmen, die dem Kunden am Herzen liegen und die diesen eigentlich in meine Praxis geführt haben. Viele sind über diese Vorgehensweise zunächst ein wenig verwundert. Wenn ich ihnen allerdings erkläre, wie wichtig ein gesundes Schlaf- und Entspannungsverhalten für den Erhalt der Gesundheit, der Leistungsfähigkeit und letztendlich auch für den Erfolg eines Coachings bzw. mentalen Trainings ist, lassen sie sich gerne darauf ein, ihre Schlaf- und Entspannungsgewohnheiten ein bisschen näher zu beleuchten. Selbst jene Kunden, die grundsätzlich das Gefühl haben, dass sie sich gut entspannen und auch erholsam schlafen können, finden es in der Regel dann sehr interessant, sich mit diesem Thema ein wenig intensiver auseinander zu setzen.
Die Schlafgewohnheiten zu verbessern ist ein sehr wichtiger Teil eines gesunden Stressmanagements und oft gar nicht so schwer zu bewerkstelligen, wie viele zunächst denken. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die berücksichtigt und umgesetzt werden müssen und schon gestaltet sich der Schlaf auch tatsächlich seinem Zweck entsprechend, der neben einer Reihe anderer Funktionen auch darin zu finden ist, uns Menschen zu entspannen und zu entstressen.
Wir Menschen können aber Gott sei Dank nicht nur dann entspannen, wenn wir ein gesundes Schlafverhalten entwickelt haben. Es gibt auch viele andere kleine und im Alltag eigentlich recht einfach umsetzbare Maßnahmen, die hilfreich dabei unterstützen können, auch außerhalb der normalen Schlafens- und Ruhezeiten, den Stresspegel regelmäßig zu reduzieren.
Wenn du auch darüber mehr wissen möchtest, steht es dir natürlich frei, mit mir Kontakt aufzunehmen.
An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis in eigener Sache:
Ein Coaching ersetzt niemals den Besuch beim Arzt. Das gilt auch für länger andauernde Schlaf- und Durchschlafstörungen. Diese sollten unbedingt mit dem Arzt, der Ärztin deines Vertrauens medizinisch abgeklärt werden. Entsprechende fachärztliche Anlaufstellen findest du u.a. auch in der Broschüre Gesund Schlafen des Bundeministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Nach einer medizinischen Abklärung und eventuell notwendiger medikamentöser Versorgung kann ein Coaching zum Thema Stress-, Erholungs- und Schlafmanagement allerdings mit Sicherheit nicht schaden und bei der Wiederherstellung eines gesunden Schlaf- und Entspannungsverhalten gute Dienste leisten.
In der Regel sind ca. 10 Coachingeinheiten in einem einwöchigen Rhythmus notwendig, bis jemand, der über einen längeren Zeitraum hinweg unter Dauerstrom, d.h. Dauerstress steht wieder ein gesundes Stress-, Pausen-, Entspannungs- und Schlafmanagement in seinen Alltagsrhythmus wirklich gut integrieren kann. Ist das erst einmal erreicht geht es den Menschen in der Regel schon um Klassen besser.
Viele andere Themen und Probleme, die den Kunden ursprünglich in meine Praxis führten, weil sie für ihn in irgendeiner Form eine Belastung darstellten, werden dabei dann meist auch einer guten Lösung zugeführt. Das Gefühl der Überforderung ist nicht mehr allgegenwärtig und es ist für den Betroffenen spürbar einfacher den Anforderungen des ganz normalen Alltags wieder gerecht zu werden.
Für viele ist an diesem Punkt die Zusammenarbeit mit mir dann auch beendet. Man sagt sich auf Wiedersehen und gut ist es. Der Kunde ist glücklich und auch ich bin zufrieden, weil das Ziel, meinem Kunden Wege aufzuzeigen, mit denen er seinen Alltag entspannter bewältigen und etwas stressfreier und damit natürlich auch etwas gesünder gestalten kann, definitiv erreicht wurde. So ein Ergebnis ist super und wenn die Menschen das Erlernte dann auch ohne Begleitung eines Coaches für sich selbst regelmäßig weiter nutzen und praktizieren, sind die stressreduzierten Ergebnisse für gewöhnlich dann auch relativ nachhaltig.
Doch wie überall im Leben bestätigen auch in diesem Bereich Ausnahmen die Regel. Es gibt immer wieder Kunden, die feststellen, dass das zunächst zufriedenstellende Ergebnis, auch wenn sie nach einem Coaching selbst weiter fleißig dranbleiben, trotz all ihrer Bemühungen, einfach nicht zu halten ist. Oft entsteht dann der Eindruck, dass das Coaching eigentlich auch nicht ganz das brachte, was man sich als Kunde davon erwartet hat, so ganz nach dem Motto: „Außer Spesen nichts gewesen!“
Das kann man in der Form allerdings so nicht stehen lassen, weil sich hinter dieser „Nicht-Nachhaltigkeit“, die sich trotz regelmäßig aktiv praktiziertem Stressmanagements einstellt, sehr oft etwas ganz anderes verbirgt.
Menschen, die zunächst einmal ein gesundes Stressmanagement erlernen und für einen gewissen Zeitraum auch spüren, dass dieses durchaus greift, die aber früher oder später, auch wenn sie das Erlernte eigenständig weiter praktizieren, dann doch wieder unter extremen Druck geraten sind, meiner Erfahrung nach, die besten Kandidaten für einen weiterführenden Prozess, der in das Fachgebiet der Persönlichkeitsbildung fällt. Man kann fast sagen, dass in einem solchen Fall das Erlernen eines gesunden Stressmanagements sozusagen das Kick-Off für einen weiterführenden persönlichkeitsbildenden Prozess darstellt.
Wenn ein gesünderes Stressmanagement allein nicht ausreicht, um den Alltag dauerhaft etwas entspannter zu meistern und besser zu strukturieren, ist das oft ein erstes Zeichen dafür, dass in einem Menschen bislang noch unentdeckte Potentiale und Talente schlummern. Sehr oft handelt es sich dabei u.a. auch um ein bis dato unerkanntes Führungstalent, das geweckt, entdeckt und entfaltet werden will, um in weiterer Folge einen wertvollen Beitrag zum gesunden Lebenserfolg dieser Person leisten zu können.
Bevor mein eigener Persönlichkeitsbildungs- und Führungskraftentwicklungsprozess wirklich richtig in Schwung kam, musste ich in einem ersten Schritt auch lernen, ein zeitgemäßes Stress-, Entspannungs- und Schlafmanagement in meinen damals wirklich extrem anspruchsvoll-hektischen Alltag zu integrieren.
Erst später wurde mir bewusst, warum das für mich damals so unglaublich wichtig war und auch für meine heutigen Kunden eine Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Gelingen eines Coachings ist, das sich auf das Ziel ausrichtet, die individuelle Persönlichkeit eines Menschen weiter auszubilden und verborgene Talente, wie z.B. ein zwar angeborenes aber bislang unerkanntes Führungstalent zum Erblühen zu bringen.
Persönlichkeitsbildung, so wie ich sie mit dem Konzept des „Lösungsorientierten Hirnmanagement“ nunmehr seit rund 20 Jahren anbiete, ist unter anderem auch ein sehr intensiver Lernprozess.
Persönlichkeitsbildung bedeutet zwar grundsätzlich, dass wir uns selbst besser kennenlernen. Aber das allein ist nicht genug. Denn damit dieses sich selbst Kennenlernen auch erfolgreich über die Bühne gehen kann, ist es zielführend sich auch mit Dingen wie zB der Funktionsweise des menschlichen Gehirns und das was die Hirnforschung inzwischen darüber alles weiß, ein wenig vertraut machen. Denn die Vorgänge im Gehirn sind federführend daran beteiligt, wie wir uns als Mensch verhalten, wie wir nach außen hin auftreten, wie wir auf andere wirken und sie spielen auch dabei eine große Rolle wie wir uns, ungeachtet unseres vielleicht sehr selbstbewussten Außenauftritts, im Inneren insgeheim tatsächlich fühlen.
Das heißt jetzt aber nicht, dass jeder, der sich für Persönlichkeitsbildung, für Talente- und Führungskraftentwicklung interessiert gleich ein ganzes Studium der Hirnwissenschaften absolvieren muss. Das Konzept des „Lösungsorientierten Hirnmanagements“ ist so aufgebaut, dass Wissensvermittlung nach dem Prinzip von „Need to know“, wie ich das gerne nenne, erfolgt.
Was die Redewendung „Need to know“ in diesem Zusammenhang bedeutet, das will ich dir hier gerne auch noch kurz erklären:
Das Konzept des „Lösungsorientierten Hirnmanagements sieht vor, dass nur das gelehrt und gelernt wird, was für die Weiterentwicklung der Persönlichkeit eines Menschen wirklich notwendig ist. Dabei wird u.a. auch darauf verzichtet, mit irgendwelchen Fachausdrücken und Fremdwörtern zu jonglieren. Es geht um ein leicht verständliches Grundlagenwissen und nicht um hochwissenschaftliche Ausführungen. Wobei natürlich das, was an Wissen vermittelt wird, auch wenn dies auf sehr einfache und möglichst leicht verständliche Art und Weise passiert, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.
So viel zum Thema „Need to know“.
Auch das Lernen an sich ist ein Prozess, der im Gehirn stattfindet. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Voraussetzungen unser Gehirn braucht um Lerninhalte so zu speichern, dass wir in der Lage sind, diese bei Bedarf auch prompt abrufen zu können. Denn das ist ja schließlich und endlich der eigentliche Sinn des Lernens. Es geht darum, Wissen aufzubauen und dieses bei Bedarf auch nutzen zu können. Dafür muss das Gehirn Wissen abspeichern, sodass wir es bei Bedarf abrufen können. Der Vorgang des Einspeicherns von Lerninhalten nennt sich Gedächtnisbildung.
Darüber informiert zu sein, wie unser Gehirn lernt und wie Gedächtnisbildung stattfindet, ist u.a. auch deshalb wichtig, weil wir dadurch auch besser verstehen, warum ein gesundes Schlaf- und Entspannungsverhalten beim Lernen, bei der Gedächtnisbildung und dementsprechend auch in jedem persönlichkeitsbildenden Prozess, der ja, wie gesagt auch ganz viel mit Lernen zu tun hat, eine so immens große Rolle spielt. Deshalb möchte ich dich hier – getreu dem Motto „Need to know“ – über ein paar wesentliche Grundlagen, die den Lernprozess betreffen, informieren.
